Sucht im Portrait: Magersucht

Februar 16, 2011 Behandlung, Medizin, Sucht

Ist Magersucht eine Erkrankung nur in der Pubertät?

Der medizinische Fachbegriff für die Magersucht ist Anorexie nervosa.
Übersetzt bedeutet es Appetitlosigkeit. Diese Bezeichnung ist eigentlich eine Fehlbezeichnung.
Unter Appetitlosigkeit leiden die Magersüchtigen nicht. Ganz im Gegenteil es ist sehr großer Hunger vorhanden.
Die Magersucht ist eine psychosomatische Erkrankung, die bevorzugt Mädchen in der Pubertät betrifft. Magersüchtige haben einen hohen Intelligenzgrad und sind zwischen 15. und 25 Jahren alt bei Beginn der Erkrankung. Männer erkranken sehr selten, sie machen nur 5 % der Erkrankten aus.

Der Beginn einer Magersucht ist sehr häufig eine Diät zur Gewichtsreduzierung. Das übertriebene Schlankheitsideal in den Medien veranlasst die Mädchen, ganz konsequent auf ihr Gewicht zu achten. Ist das Zielgewicht erst einmal erreicht, verschiebt sich das Wunschgewicht weiter nach unten. Sie hungern selbst dann noch, wenn es bereits gesundheitsschädliche Ausmaße angenommen hat. Magersüchtige verlieren die gesunde Körperwahrnehmung. Das Selbstwertgefühl hängt bei ihnen nicht nur von den Leistungen im Beruf und Privatleben ab, sondern extrem von der Kontrolle des Körpergewichtes.

Die Magersucht ist dringend behandlungsbedürftig, da sie schwere körperliche Folgen hat und in 15 % der Erkrankungen tödlich endet.

Es gibt viele Erklärungsmodelle für die Magersucht von denen drei als allgemein akzeptierte Ansätze angesehen werden.

Das familiendynamische Erklärungsmodell sieht den Magersüchtigen nicht als Einzelperson sondern im Familienkontext. Es wird die Beziehung zu den Eltern und Geschwistern untersucht. In den Familien ist eine starke Bindung untereinander und das Bestreben nach Harmonie sehr wichtig.

Das zweite Erklärungsmodell ist die intrapsychische und intrapersonelle Selbstbehauptung.
Bei diesem Modell geht man von einer “Überangepaßtheit” während der Kindheit aus.

Hinter der psychoanalytische- triebtheoretischen Erklärung steckt der Wunsch, die Pubertät nicht zu erleben und wieder in die Kindheit zurückzukehren.

Bei alle drei Formen ist eine gute und langfristige Betreuung durch einen erfahrenen Facharzt wichtig.
Das Einbeziehen der Familie ist ganz wichtig.

Weiter Informationen unter:

http://www.magersucht.de/

Hilfe von Betroffenen für Betroffenen
www.magersucht-online.de

Organisationen:
http://www.vitalingo.de

Bildquellenangabe: Gerd Altmann/dezignus.com / pixelio.de

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