Ist Nägelkauen eine Sucht?
Fast jeder Mensch hat schon einmal an seinen Fingernägeln gekaut. Sei es durch einen Nietnagel oder weil der Fingernagel abgebrochen ist, oder ganz einfach weil keine Schere zur hand war. Doch das Nägelkauen kann auch zu einem Problem werden. Oft fängt eine Sucht schon früh in der Kindheit an. Da wird aus Unsicherheit und Nervosität gelegentlich als unbewusster Schutzmechanismus an den Fingernägeln geknabbert. Wird dies nicht frühzeitig erkannt und über einen längeren Zeitraum routinisiert kann man vom Entwickeln einer Sucht sprechen.
Es ist keine Sucht im eigentlichen Sinne, mit körperlichen Entzugserscheinung, es gleicht dabei eher einer Zwangshandlung. Das Nägelkauen wird von demjenigen, der darunter leidet garnicht mehr wirklich bemerkt. Es geschieht quasi unterbewusst. Dabei gibt es verschiedene Abstufungen. In der extremsten Variante kann das Fingernägel Kauen bis zur Selbstverletzung, also bis zum Bluten des Nagelfleisches, führen.
Damit es nicht so weit kommt, gilt es, möglichst frühzeitig dagegen anzugehen. Man muss sich darüber klar werden, was der wirkliche Grund ist, warum man Nägel kaut. Außerdem sollten die Nägel stets gut gepflegt sein, damit man kaum eine Möglichkeit hat, sie stark abzukauen. Wird man sich seiner Handlung erstmal bewusst, so kann man effektiv dagegen arbeiten.
Falls das Nägelkauen sehr weit fortgeschritten ist, empfiehlt es sich, Rücksprache mit einem Arzt zu halten. Mit ihm kann geklärt werden, ob tieferliegende Ursachen dafür verantwortlich sind. Auch wenn einem selber das Nägelkauen kaum auffällt, in Gesellschaft wirkt es doch sehr störend und wird von anderen als Unsicherheit wahrgenommen. Man sollte deshalb das Nägelkauen nicht auf die leichte Schulter nehmen, sondern sich bewusst werden, wie wichtig gepflegte Hände sind und was sie anderen ausstrahlen.