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Kaufsucht – Ursachen und Behandlung

Kaufsucht – Ursachen und Behandlung

Die Kaufsucht ist ein Problem, das von Außenstehenden gerne belächelt wird. Dabei ist sie in ihrer Gefahr keineswegs zu unterschätzen. Betroffene und insbesondere deren Angehörige haben unter den Folgen des Suchtverhaltens schwer zu leiden. Umso wichtiger ist es, dieser psychischen Erkrankung eine angemessene Aufmerksamkeit entgegenzubringen.

Kaufsucht ist eine echte Sucht

Das eigentliche Suchtverhalten ist schnell erläutert. Betroffene neigen dazu, fortlaufend neue Einkäufe zu tätigen. Ob sie die gekauften Dinge tatsächlich benötigen, ist dabei zweitrangig. Der Erwerb findet nicht aus rationalen Gründen statt. Es gibt eine Reihe an Suchtkriterien, um eine Sucht als solche zu erkennen. Dies sind:

  • Wiederholung (d.h. ständiges Einkaufen)
  • Verlangen nach Dosissteierung (Einkäufe werden teurer oder häufen sich)
  • Kontrollverlust
  • Entzugserscheinungen

Interessant ist, dass die Entzugserscheinungen denen ähneln, wie sie auch bei Drogensüchtigen auftreten. Schweißausbrüche und Angstgefühle können bei Betroffenen in Erscheinung treten.

Wie einleitend angedeutet, sind die Folgen einer Kaufsucht in ihrer Tragweite nicht zu unterschätzen. Eine ganz typische Folge sind Geldprobleme, schließlich erfolgen die Käufe zu Lasten der Haushaltskasse. Zumal sich die Geldschwierigkeiten nicht auf die eigenen Finanzen beschränken müssen. Einige Betroffene stürzen sich in Schulden und reißen damit ihre gesamte Familie in den finanziellen Abgrund. Außerdem kann es passieren, dass der Arbeitsplatz in Gefahr gerät und ein drohender Jobverlust die Situation noch viel schlimmer macht – besonders wenn schon Kredite aufgenommen wurden.

Trotz dieser Risiken können die Betroffenen häufig nicht widerstehen. Grund dafür ist das Glücksgefühl, das mit dem Erwerb einer neuen Sache einhergeht. Die Menschen fühlen sich im Moment des Kaufes hervorragend. Zumal es keineswegs bei einer Selbstbelohnung bleibt. Der Kauf hat eine Außenwirkung, d.h. gegenüber anderen kann der Eindruck entstehen, dass eine Person erfolgreich ist. Allerdings ist das Glücksgefühl nur von äußerst kurzer Dauer. Hierbei ist festzustellen: Je größer die Kaufsucht, desto kürzer dauert zumeist das Glücksgefühl an.

Ursachen der Sucht

Psychologen und andere Suchtexperten haben sich auf die Suche nach den Ursachen begeben. Wie so häufig sind sie auch hier in der Kindheit zu finden. Nicht selten liegt die „Schuld“ bei den Eltern, weil sie ihre Kinder falsch oder gar nicht belohnt haben. Sie haben ihrem Nachwuchs kaum Aufmerksamkeit geschenkt und ihn selten belohnt. Zwar mag es manchmal Geschenke gegeben haben, jedoch waren diese oft an bestimmte Leistungen gekoppelt.

Solch ein Umfeld kann zu einem geringen Selbstwertgefühl führen. In diesem Fall ist eines Sache abzugrenzen: Es geht nicht um Selbstvertrauen, sondern um die Wertschätzung gegenüber sich selbst. Oft werden Betroffene von großen Minderwertigkeitsgefühlen geplagt. Mit dem Kauf von Dingen haben sie eine Form der Kompensation gefunden. Das Glücksgefühl und die Anerkennung im Ladengeschäft lassen sie die Minderwertigkeitsgefühle kurzzeitig vergessen.

In der heutigen Zeit ist die Kaufsucht besonders stark verbreitet. Dies hat unter anderem damit zu tun, dass wir in einer Welt leben, die sehr vom Konsum geprägt ist. Marken sind von großer Bedeutung und die Menschen zeigen gerne, was sie haben. Hierbei gilt: eindrucksvoller Besitz steht für Erfolg.

Kaufsüchtige Frauen geben ihr Geld vor allem für Kleidung und Kosmetik aus. Darin sehen sie ihre Statussymbole, um sich in der Welt zu beweisen. Bei den Männern steht wiederum der Erwerb von Technikartikeln im Vordergrund.

Therapie hilft weiter

Familienmitglieder und Freunde versuchen den Betroffenen oft zu helfen, indem sie sich rationaler Argumente bedienen und beispielsweise auf die finanziellen Folgen des Verhaltens verweisen. Allerdings gelingt es damit nicht, die eigentliche Ursache zu therapieren, nämlich das geringe Selbstwertgefühl.

Dementsprechend ist es sinnvoll, sich für eine professionelle Therapie zu entscheiden. Deren Ziel kann darin bestehen, das Thema sowohl rational anzugehen als auch den Betroffenen dabei zu helfen, einen Weg zu finden, mit dem sie ihr Selbstwertgefühl steigern und somit auf die Käufe nicht mehr angewiesen sind.

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Führerschein verloren: Die MPU – Gründe, Kosten, Vorbereitung

Wenn der Führerschein erst einmal richtig eingezogen bzw. gesperrt wurde, bekommt man ihn nicht so leicht zurück. Der Gesetzgeber will auf diese Weise sicherstellen, dass Menschen über ihr Fehlverhalten in aller Ruhe nachdenken können und so die Chance haben, sich ihre Fahrerlaubnis zurückzuverdienen. Andernfalls bleiben sie dem Straßenverkehr fern, was für die anderen Verkehrsteilnehmer sicherer ist.

Ob es jemand verdient hat, am Straßenverkehr wieder teilzunehmen, entscheidet die medizinisch psychologische Untersuchung (MPU). Ein Psychologe ermittelt, ob sich die Person aus Expertensicht für eine Straßenverkehrsteilnehmer aus heutiger Sicht eignet. Die Kosten, die hiermit in Verbindung stehen, lassen sich übrigens nicht pauschalisieren. Doch mehr dazu später.

Gründe für die Sperrung

Im Wesentlichen wurde schon angedeutet, weshalb die Sperrung des Führerscheins erfolgt. Zunächst handelt es sich um eine reine Sicherheitsmaßnahme. Die Person, die mit ihrem Fahrverhalten andere Verkehrsteilnehmer gefährdet hat, soll der Straße fern bleiben. Zudem hat sie die Chance, über ihre Verstöße nachzudenken und Einsicht zu erlangen.

Idee hinter der MPU

Im Rahmen der MPU wird geprüft, ob die Person dazu gelernt hat und künftig geeignet zu sein scheint, um wieder am Straßenverkehr teilzunehmen. Im Mittelpunkt steht das Gespräch mit einem Verkehrspsychologen, der am Ende des Gesprächs ein Gutachten ausstellen muss.

Höhe der MPU Kosten

Wie viel eine MPU kostet, hängt von zwei wesentlichen Faktoren ab. Da wäre zunächst der Grund, weshalb es zur Sperrung der Fahrerlaubnis gekommen ist. Je nach Verstoß wird für die MPU eine andere Gebühr erhoben. Deren Festsetzung erfolgt übrigens nicht willkürlich, sondern unter Berücksichtigung der Gebührenordnung für Maßnahmen im Straßenverkehr.

Im Allgemeinen gilt, dass die Kosten von 350 bis 750 Euro reichen. Am günstigsten kommen diejenigen davon, die wegen kleinerer Verstöße schlichtweg zu viele Punkte in Flensburg gesammelt haben. Am teuersten wird es für diejenigen, die ihren Führerschein wegen Alkohol am Steuer oder anderen Formen des Drogenmissbrauchs abgeben mussten.

Theoretisch wäre mit den Kosten hier bereits Schluss. Doch ohne spezielle Vorbereitung fällt es den meisten Betroffenen schwer, die medizinisch psychologische Untersuchung zu meistern. Dementsprechend handelt es sich beim zweiten Kostenfaktor um die Teilnahme an einer MPU Schulung. Deren Kosten können ungemein stark variieren und hängen außerdem vom jeweiligen Anbieter ab. Manchmal betragen sie nur wenige hundert Euro, manchmal ein Vielfaches davon.

Eine Auflistung der Kosten gibt es hier!

Wiederholung der Untersuchung

Es ist keinesfalls so, dass die MPU nur einmal angetreten werden darf. Wer die Untersuchung nicht bestanden hat, kann später einen erneuten Anlauf unternehmen. Dann ist es allerdings erforderlich, die Kosten in voller Höhe erneut aufzuwenden. Beim Vorbereitungskurs besteht oft die Möglichkeit einer Nachschulung, wodurch die Kosten gemindert werden.

Dennoch muss es nicht soweit kommen. Gerade beim Führerscheinentzug aufgrund einer Suchtproblematik empfiehlt es sich, das Thema in aller Ruhe anzugehen. Viele Menschen haben es zu eilig, sodass sie mit Bravour durch durch MPU rasseln. Soweit muss es gar nicht kommen. Zeitlicher Abstand sowie eine professionelle Suchtberatung und abgestimmte MPU Kurse helfen dabei, das Problem nachhaltig in den Griff zu bekommen. Damit ist der Führerschein dann auch langfristig gesichert.

Mehr zu Thema: www.tuev-sued.de